Tipps für dich

Tipps für dich – für Trauernde und Nahestehende

Manchmal hilft ein kleiner Anstoß. Kein großes Programm – einfach ein Gedanke, eine Idee, ein Satz. Hier sammle ich, was mir und anderen gut getan hat: Impulse für Trauernde, praktische Hinweise rund um Abschied und Trauer, und bald auch Musik, die trägt.

Praktische Tipps

  • Eigene Worte für die Trauerkarte finden
  • Wie verhalte ich mich auf einer Trauerfeier? 

Kleine Gedanken, die dir helfen, deine eigenen Worte für die Trauerkarte zu finden

Eine Trauerkarte zu schreiben fällt vielen schwer. Nicht, weil die Worte fehlen – sondern weil man Angst hat, das Falsche zu sagen. Diese fünf Gedanken können helfen, deine eigenen, ehrlichen Worte zu finden.

  1. Schreibe so, als würdest du mit der Person sprechen. Das ist der wichtigste Schlüssel. Stell dir vor, ihr sitzt euch gegenüber. Ohne Karte. Und ohne den Gedanken "man schreibt das so". Was würdest du sagen?
     
  2. Weniger ist oft mehr. Schreibe lieber weniger, bevor unnötige Floskeln entstehen. Denn ein ehrlicher, echter Satz ist mehr wert als fünf "richtige". Zum Beispiel: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Aber ich denke an dich."
     
  3. Wenn dir gerade keine Worte kommen, versuch es nicht über den Kopf. Mach einen kleinen Umweg. Denk an den Menschen und fang mit einer Erinnerung an. Was taucht als erstes auf? Ein Bild? Ein Moment? Ein Lachen vielleicht? Oder einfach nur ein Gefühl. Genau dort beginnt dein Satz.
     
  4. Sei konkret statt allgemein. Oft bleiben wir bei allgemeinen Worten, "Er war ein toller Mensch", zum Beispiel. Das mag sicherlich stimmen. Doch es wäre viel schöner, wesentlich konkreter zu sein: "Ich werde nie vergessen, wie herzlich er gelacht hat." Oder: "Ich erinnere mich so gern daran, wie wir..."
     
  5. Wenn du dir unsicher bist, schreib deinen Text erst einmal vor. Auf einem Notizzettel. Oder irgendwo, wo er noch nicht "fertig" sein muss. Lies ihn dir in Ruhe durch und spüre, wie sich der Text anfühlt. Und erst, wenn er gut klingt, schreib ihn in die Karte.

Übrigens: Als Trauerrednerin begleite ich nicht nur die Trauerfeier selbst, sondern auch die Worte danach. Auch bei persönlichen Danksagungstexten bin ich gern an deiner Seite – ganz selbstverständlich im Preis enthalten. [Mehr über Trauerreden.]

Wie verhalte ich mich auf einer Trauerfeier? Kleine Wegweiser für Gäste

Werden wir eine Trauerfeier besuchen, haben wir alle vorher diese leisen Fragen: Was ziehe ich an? Wo setze ich mich hin? Was, wenn mir die Worte fehlen? Aus meiner Erfahrung als Trauerrednerin weiß ich, dass es selten die großen Regeln sind, die zählen. Viel öfter sind es die kleinen, stillen Gesten. Deshalb gebe ich dir hier ein paar Wegweiser mit, ganz persönlich – für den nächsten Abschied, den du begleitest.

  1. Dunkle, zurückhaltende Kleidung – nicht zwingend Schwarz. Gedeckte Farben reichen völlig, das sehe ich immer wieder mit Freude. Wichtig ist der respektvolle Rahmen, nicht das perfekt sitzende Schwarz.
     
  2. Lieber zu früh als zu spät da sein. Nimm dir ein paar Minuten, um in Ruhe einen Platz zu finden und um die Atmosphäre des Raumes bewusst aufzunehmen, bevor die Feier beginnt. Ich spüre diese ersten stillen Minuten selbst jedes Mal, bevor ich zu sprechen beginne.
     
  3. Handy stumm, und am besten außer Sichtweite. Kein Blick, kein Foto. Kein 'Nur noch eben schnell eine Nachricht tippen.' Dieser Moment gehört ganz den Menschen im Raum.
     
  4. Worte, die tragen, statt Worte, die trösten sollen. „Ich bin da" trägt oft mehr als „Die Zeit heilt alle Wunden." Ehrliche Kürze schlägt gut gemeinte Floskeln.
     
  5. Blumen oder eine Geldspende – ein Blick in die Traueranzeige gibt Orientierung. Manche Familien wünschen sich beides nicht, andere freuen sich sehr darüber. Wirst du zum Trauerkaffee eingeladen, ist ein kleiner Obolus eine stille, passende Geste.
     
  6. Die vorderen Reihen gehören der Familie. Überall sonst gilt: Rückt zusammen, statt euch zu verstreuen. Besonders, wenn nur wenige Gäste da sind. Ein geschlossener Kreis holt den Menschen, von dem ihr Abschied nehmt, symbolisch in die Mitte und stärkt der Familie den Rücken. Und ich gestehe: Auch mir als Trauerrednerin gibt ein Raum, der sich nicht leer anfühlt, mehr Halt beim Sprechen.
     
  7. Trauer braucht keine Berührung, aber sie darf da sein. Eine Umarmung nur, wenn sie sich stimmig anfühlt. Auch ein liebevoller Blick, ein Lächeln, ein Nicken tragen genauso weit. Ich sehe das oft, und es berührt mich jedes Mal.
     
  8. Wird live gesungen und es berührt dich: Applaus darf sein. Er wirkt nie respektlos. Im Gegenteil, er verleiht dem Abschied noch einmal mehr Würde und macht ihn zu einem besonderen Moment.
     
  9. Der letzte Weg zum Grab, und sei er noch so lang, verdient Stille. Viele Familien wünschen sich das ausdrücklich, ich greife diesen Wunsch selbst oft am Ende einer Rede auf. Das Wetter, ein „Hast du schon gehört…" – all das hat Zeit bis danach. Dieser Weg gehört ganz dem Abschied.
     
  10. Nach der Feier bleibt Raum für ein paar Worte. Du musst nicht viel sagen. Sprich dein Mitgefühl aus, erzähl vielleicht, was dich besonders berührt hat. Ein Ein bestimmter Moment oder ein Satz aus der Rede. Solche kleinen Anekdoten schenken den Angehörigen oft das gute Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. 
     
  11. Trauerkarten nimmt meist der Bestatter am Eingang entgegen, gesammelt für die Familie. Und falls dir in diesem Moment die Worte fehlen: Das ist keine verpasste Gelegenheit. Der Abend oder der Tag danach eignet sich oft sogar besser, um die bewegende Feier noch einmal aufzugreifen. Ganz in Ruhe, mit den richtigen Worten.

Und wenn du selbst in naher Zukunft eine Trauerfeier vorbereiten musst und dir Gedanken über Ablauf und Rahmen machst: Ich bin gern an deiner Seite, als Trauerrednerin im Kreis Gütersloh und Warendorf, mit einem offenen Ohr für genau das, was dir wichtig ist.
[Mehr über Trauerreden.]

Tipps für Trauernde

  • 7 sanfte Dinge, die Trauernden im März gut tun können
  • 10 sanfte Dinge, die Trauernden im Januar gut tun können

7 sanfte Dinge, die Trauernden im März gut tun können

Der März trägt einen eigenen Klang. Die Tage werden länger, das Licht verändert sich, irgendwo zwischen Winter und Frühling. Für viele Trauernde ist das eine besondere Zeit – nicht leichter, aber anders. Ein Übergang, der auch in der eigenen Trauer etwas in Bewegung bringen darf.

Vielleicht ist eine der folgenden Ideen genau das, was dir in diesen Wochen gut tut.

  1. Etwas im Sinne deines Herzensmenschen tun. Vielleicht dich engagieren: im Tierschutz, im Verein, für eine Sache, die ihm oder ihr ganz besonders am Herzen lag.
     
  2. Etwas pflanzen. Einen Baum. Blumensamen. Kräuter auf der Fensterbank. Vielleicht etwas, das dein Herzensmensch besonders mochte. Als Zeichen: Etwas darf neu wachsen. Weiterwachsen.
     
  3. Einen Brief schreiben. Alles sagen, was noch offen ist. Der Brief muss nirgendwohin. Aber deine Worte dürfen einen Platz bekommen. Und wenn du magst, sende ihn mir – ich lese ihn, und ich antworte dir.
     
  4. Die Wellen der Trauer akzeptieren. Es gibt Tage, die leichter sind. Und Tage, die wieder schwer werden. Beides gehört dazu. Wenn eine Welle kommt, sag dir leise: Das ist eine Welle. Sie darf da sein. Und sie wird auch wieder abflachen.
     
  5. Ein paar Minuten bewusst ins Licht gehen. Die Märzsonne wärmt vorsichtig, und sie ist Balsam für die Seele. Atme die Luft. Höre das Zwitschern und Brummen. Sieh, wie die Natur erwacht.
     
  6. Jemanden einladen. Zu einem ehrlichen Gespräch. "Es fällt mir gerade schwer. Magst du einfach ein bisschen da sein?" Manchmal ist geteilte Trauer ein Stück leichter.
     
  7. Nicht alles alleine tragen. März ist Übergang. Und Übergänge dürfen begleitet sein. Als Trauerrednerin begleite ich Menschen beim Abschied. Und manchmal auch danach – wenn der Neuanfang noch schwerfällt und etwas offen geblieben ist. 

    [Melde dich, wenn du magst.]

10 sanfte Dinge, die Trauernden im Januar gut tun können

Weihnachten und der Jahreswechsel liegen hinter uns. Vielleicht war auch bei dir dieses Gefühl von „Gott sei Dank geschafft“. Weil es Kraft gekostet hat. Kraft, die ohnehin schon knapp war.

Und jetzt, in der Zeit danach, wird es nicht automatisch leichter. Zwar sind die Termine vorbei, die Erwartungen erfüllt und im Außen kehrt Ruhe ein. Doch im Innern – und gerade in dieser dunklen Jahreszeit – fällt es oft schwer, Hoffnung oder Leichtigkeit zu spüren.

Vielleicht findest du in den folgenden Gedanken einen kleinen Impuls. Nicht, um die Trauer kleiner zu machen oder wegzuschieben. Und auch nicht, um „wieder zu funktionieren“. Sondern um im Alltag kleine Momente zu schaffen: Pausen zum Atemholen, zum Kraftschöpfen – damit Trauer tragbar bleibt.

  1. Musik hören, die nichts mit der Trauer zu tun hat.
    Lieder, die früher einfach Spaß gemacht haben. Auch wenn es sich merkwürdig oder zu früh anfühlt.
     
  2. Etwas tun, bei dem der Körper übernimmt.
    Wäsche falten. Eine Schublade aufräumen. Pflanzen gießen. Einfach stabilisierend.
     
  3. Sich etwas Angenehmes erlauben, ohne Begründung.
    Lieblingsessen. Schöne Kleidung. Ein gutes Produkt. Kein Verrat, sondern Fürsorge.
     
  4. Einen kleinen Termin setzen.
    Friseur. Café. Buchhandlung. Damit Zeit wieder eine Form bekommt.
     
  5. Einen klar begrenzten trauerfreien Zeitraum erlauben.
    30 Minuten. Eine Stunde. Ein Nachmittag. Ausruhen von der Trauer.
     
  6. Den Körper bewusst ins Hier und Jetzt holen.
    Kalt–warm duschen. Langsam essen. Etwas Schweres tragen.
     
  7. Etwas Neues beginnen, das keine Bedeutung hat.
    Eine Serie. Ein Spiel. Oder ein Rezept.
     
  8. Sich etwas Schönes gönnen, ganz bewusst.
    Eine Tasse. Gute Schokolade. Blumen ohne Anlass. Ein kleines Zeichen von Leben.
     
  9. Einen Raum minimal verändern.
    Ein Bild abhängen. Möbel rücken. Das Bett drehen.
     
  10. Und wenn du merkst, dass du damit nicht allein bleiben möchtest: 
    Manchmal tut ein Gespräch gut. Wenn du magst, bin ich da.

[Melde dich, wenn du magst.]

Wann immer du möchtest: Schreibe mir. Rufe mich an.

Hier ging es um das, was hinter den Kulissen passiert. Wenn dich etwas davon besonders bewegt hat oder du Fragen hast, die hier nicht beantwortet wurden: Melde dich einfach bei mir. Ich nehme mir Zeit für dein Anliegen.

Jacqueline Turowsky | SINNUNDWERTEVOLL Trauerreden · Trauerbegleitung · Coaching 
Auf dem Felde 8b · 33442 Herzebrock-Clarholz

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